Essen fotografieren – So gelingen euch Bilder, die richtig Lust auf’s Kochen machen.

September1

Ein professionell gestaltetes Kochbuch lebt von guten und vielen Bildern. Das sollte bei einem von euch gestalteten Kochbuch nicht anders sein. Im heutigen Gastartikel gibt euch Julia von http://stilblume.blogspot.de/ viele detaillierte Tipps, wie euch in Zukunft das in Szene setzen und Fotografieren von Speisen noch besser gelingen wird.

Essen fotografieren: Das klingt so einfach. Man hat etwas Schönes gekocht, zückt das Smartphone und macht schnell noch ein paar Bilder. Aber irgendwie seid ihr mit dem Resultat nie so richtig zufrieden? Kein Problem! Heute werde ich euch ein paar Tipps geben, damit eure Food-Bilder zukünftig richtig toll aussehen, egal ob ihr mit einem Handy oder einer professionelleren Kamera fotografiert. Seit ich vor ungefähr zwei Jahren einen Lifestyle-Blog mit dem Schwerpunkt Essen gegründet habe, habe ich nämlich wirklich viel gelernt. Ganz am Anfang hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie man Essen toll in Szene setzt, wie Licht und Komposition mein Bild beeinflussen, oder wie ich meine Fotos hinterher noch ganz unkompliziert bearbeiten kann. Aber inzwischen kenne ich mich wirklich gut aus und dieses Wissen gebe ich heute mit viel Freude an euch weiter! Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen.

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Essen anrichten – So setzt ihr eure gekochten Speisen perfekt in Szene

Beginnen wir gleich mal mit dem wichtigsten Aspekt, dem Essen selbst. Es ist eigentlich relativ simpel: Wenn das Essen auf Anhieb schon nicht sehr fotogen aussieht, wird das Foto vermutlich auch nichts. Achtet also darauf, dass das Essen ansprechend angerichtet ist. Ein paar wichtige Punkte habe ich euch dazu zusammengestellt:

  1. Vermeidet riesige Portionen auf dem Teller. Das sieht auf einem Bild meistens nicht so schön aus. Auch wenn ihr gerne große Portionen esst, gebt für ein Foto etwas weniger auf euren Teller. Das Ganze wirkt dadurch etwas feiner und attraktiver.

  2. Überlegt euch, ob man von den einzelnen Komponenten des Gerichts zum Schluss noch etwas als Deko hernehmen könnte. Nehmen wir als Beispiel mal den asiatischen Nudelsalat von den Bildern hier: Ich habe zum Schluss einfach noch ein paar Gurkenscheiben als Deko mittig auf den Salat gegeben. Das ist nur ein winziger zusätzlicher Handgriff und euer Gericht sieht auf Anhieb ansprechender aus.

  3. Außerdem habe ich in meiner Küche ein paar kleine Helferlein, was das Anrichten betrifft. Bei Tchibo habe ich mir vor einiger Zeit Speiseringe gekauft, in denen man verschiedenstes Essen ganz toll in Form bringen kann. Bei Amazon findet ihr so etwas auch ohne weiteres. Außerdem habe ich eine große Kollektion an Kernen und Samen, die ich oft zum Schluss noch auf meine Gerichte streue. Das gibt einem Bild einfach „das gewisse Etwas“ und gesund ist es obendrein! Chilifäden oder getrocknete Blüten kann ich euch auch wärmstens als Deko empfehlen.

  4. Seid auch experimentierfreudig, was die Komposition des Bildes angeht. Arrangiert ein paar Zutaten um euer Gericht, oder stellt euren Teller auf eine hübsche Tischdecke. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Sucht euch Inspiration in Kochbüchern, auf Foodblogs oder bei Instagram (unter dem Hashtag #foodstyling oder #foodphotography solltet ihr viele tolle Bilder finden).

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Lichtsetzung – Natürliches Licht als Schlüssel zum Geheimnis

Egal ob ihr euer Essen mit dem Smartphone oder einer besseren Kamera fotografiert, spielt das Licht wirklich eine sehr große Rolle. Am Anfang meiner Karriere hatte ich große Probleme mit dem Licht und habe auch nicht so wirklich verstanden, wieso meine Bilder so gelbstichig und düster aussahen. Nach und nach habe ich aber ein besseres Verständnis dafür entwickelt, indem ich einfach tausende und abertausende Bilder geschossen habe, bis ich gemerkt habe, was funktioniert und was nicht.

  1. Natürliches Licht ist das A und O. Fotografiert euer Essen niemals mit Blitz! Ein sanftes, helles Licht, wie ihr es tagsüber vor einem großen Fenster bekommt, wird euch tausendmal schönere Bilder bescheren als euer integrierter Blitz. Achtet also darauf, dass ihr euer Essen wenn möglich vor einem großen Fenster platziert, bevor ihr euer Bild macht. Achtet auch darauf, ob das Licht von einer bestimmten Seite kommt. Werden dadurch starke Schatten verursacht? Wenn ja, versucht einfach das Foto von der entgegengesetzten Seite aufzunehmen – das kann oft schon einen großen Unterschied machen.

  2. Draußen kann man Essen auch sehr gut fotografieren, jedoch nicht in der prallen Sonne. Achtet darauf, dass das Essen im Schatten steht, weil das Licht dort nicht so grell ist.

  3. Falls ihr mal nicht euer eigenes Essen fotografiert, sondern in einem Restaurant ein ganz besonders schönes Gericht festhalten möchtet, gelten die gleichen Regeln. Ich habe mir inzwischen angewöhnt mich automatisch an einen hellen Platz zu setzten, wenn möglich gleich bei einem großen Fenster. Und wenn ich einen Auftrag habe bzw. weiß, dass ich das Essen schön fotografieren muss, dann rufe ich sogar vorher an und sage, dass ich bitte einen Tisch neben einem Fenster brauche. Das Licht ist also, wie ihr seht, super wichtig. Am Abend, wenn alles dunkel ist, hilft dann meistens nur noch eine sehr gute Kamera mit einem sehr lichtstarken Objektiv.

Nachbearbeitung – Diese Apps lassen deine Fotos noch besser aussehen

Kein Food-Fotograf schießt auf Anhieb das perfekte Bild, das dann direkt so abgedruckt werden kann. Jedes professionelle Bild, dass ihr in einer Zeitschrift seht, wird zumindest ein bisschen nachbearbeitet sein. Dabei geht es aber nicht darum, das Bild zu verfremden, sondern es einfach noch etwas ansprechender zu gestalten. Ich versuche meine Bilder immer schon so zu schießen, dass ich eigentlich nur noch Kleinigkeiten nachbearbeiten muss. Und was ihr da für Möglichkeiten habt, erzähle ich euch jetzt!

  1. Helle, freundliche Bilder findet man automatisch ansprechender. Wenn euer Bild also noch etwas düster ist, könnt ihr die Helligkeit nachträglich einfach etwas hochdrehen. Habt ihr euer Foto mit dem Smartphone gemacht? Mit einer App wie Camera+, könnt ihr beispielsweise die Helligkeit im Nachhinein noch anpassen. Mit der App habt ihr aber auch noch viele andere Möglichkeiten. Experimentiert einfach ein bisschen!

  2. Allgemein hat man heutzutage mit dem Smartphone viele Möglichkeiten, ein ansprechendes Bild zu produzieren. Eine App, die ich ab und an sehr hilfreich finde, ist Facetune. Eigentlich soll die App dazu dienen, Selfies zu optimieren, aber einige der Funktionen sind perfekt für die Food-Fotografie. Ihr könnt nämlich beispielsweise nur bestimmte Bereiche eures Bildes aufhellen oder mit dem Stempel-Tool störende Krümel auf dem Tisch wegretuschieren.

  3. Wenn ihr einen Schritt weiter gehen wollt und eure Bilder mit einer guten Kamera macht, könnt ihr diese mit Photoshop bearbeiten. Wenn ihr euch dieses sehr teure Programm jedoch nicht anschaffen möchtet, dann könnt ihr auch ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm wie Gimp benutzen. Oder ihr nutzt die Seite www.picmonkey.com. Die Seite war am Anfang meine absolute Rettung!

Hier habt ihr als Beispiel zwei Vorher/Nachher-Bilder, die euch zeigen sollen, was man aus einem eher durchschnittlichen Bild ohne großen Aufwand noch herausholen kann. Das obere Bild habe ich auf meinem Smartphone bearbeitet, das untere in Photoshop.

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Ich hoffe, ihr fandet die Tipps hilfreich! Allgemein kann ich euch abschließend noch mit auf den Weg geben, immer mal wieder etwas Neues auszuprobieren und ganz viel Spaß an der Sache zu haben. Verzweifelt auch bloß nicht, wenn ihr meine Tipps nicht auf Anhieb umsetzen könnt… es ist noch kein Food-Fotograf vom Himmel gefallen Mit etwas Übung klappt das schon!

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Geschrieben am von Josephin in Kategorie Ratgeber Fotobuch

3 thoughts on “Essen fotografieren – So gelingen euch Bilder, die richtig Lust auf’s Kochen machen.

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