5 Tipps für dein persönliches Kinderbuch

Juni20

„Es war einmal vor sehr langer Zeit …“ – Abends gemütlich im Bett eine Vorlesegeschichte zu hören, ein Bilderbuch anzusehen oder die ersten eigenen Geschichten zu lesen, gehört für viele Kinder zu ihren liebsten Beschäftigungen. Mit einem gekauften Buch macht man seinem Nachwuchs eine große Freude. Doch wie wäre es mit einem selbst geschriebenen Kinderbuch? Wenn du schon immer gerne ein Buch für die Kinder in deiner Familie schreiben wolltest, solltest du nicht mehr lange zögern. Hier sind 5 Tipps für ein persönliches Kinderbuch:

1. Zielgruppe definieren

Kinder wachsen in ihren ersten Jahren nicht nur schnell, sondern entwickeln sich auch geistig weiter. Damit die Geschichte für deine jungen Leser interessant ist, solltest du daher genau überlegen, welches Alter du mit deinem Buch erreichen möchtest. Davon abhängig ist die gesamte Planung deines Buchs: Je nach Altersgruppe solltest du auch die Seitenzahl wählen. Für Kleinkinder sind wenige Seiten mit großen Illustrationen ausreichend. Mädchen und Jungen im Kindergartenalter mögen Vorlesebücher mit großen Bildern und Illustrationen, während Kinder im Grundschulalter abhängig von ihrer Lesekompetenz leichte Texte mit wenigen Illustrationen selbst lesen können. An folgender Einteilung kannst du dich orientieren:

  • 0-2 Jahre: Bilderbuch mit nur wenigen Worten pro Seite, große und bunte Illustrationen
  • 2-5 Jahre: Bilder-/ Vorlesebuch mit unterschiedlichen Bild-/ Textanteilen. Die Bücher sind in der Regel bis zu 30 Seite lang.
  • 6-8 Jahre: Erstlesebücher mit großer Schrift für Lese-Anfänger, unterstützende Illustrationen zum besseren Verständnis
  • 8-13 Jahre: Kinderroman mit ca. 100-200 Seiten, wenige Illustrationen
  • ab 13 Jahren: Jugendroman in variabler Länge

2. Hauptfigur wählen

Wenn du dich für eine Altersgruppe entschieden hast, beginnt die grobe Planung deiner Geschichte: Um welche Hauptfigur soll sich deine Geschichte drehen? Diese Wahl ist ebenfalls abhängig vom Alter deiner Zielgruppe: Junge Kinder finden auch Geschichten rund um einen tierischen Protagonisten spannend, während ältere Kinder vor allem Figuren in ihrer Altersgruppe interessant finden. Als Faustregel gilt, dass die Figuren wenige Jahre älter als die Zielgruppe sein sollten. Einen jüngeren Protagonisten finden Kinder in der Regel langweilig.

Wenn du dich für ein Kind als Hauptcharakter deiner Geschichte entscheidest, solltest du dir seine Biografie ausdenken: Wie alt ist das Kind? Wo wohnt es? Hat es Geschwister, Haustiere? Diese Fragen helfen dir selbst, eine möglichst realistische Figur auszudenken. Dabei solltest du auch entscheiden, ob du die Geschichte aus der Ich- oder Außen-Perspektive erzählen möchtest.

Falls du ein persönliches Buch für ein Kind schreiben möchtest, kannst du den Protagonisten auch personalisieren: Erzähle zum Beispiel die Geschichte aus der Perspektive des Kindes, für das du dein Buch schreibst. Alternativ kannst du auch eine beliebte Figur auswählen, die das Kind besonders mag.

3. Themen

Du hast dich für eine Hauptfigur entschieden? Dann geht es jetzt darum, den Konflikt bzw. das Thema deines Buches auszuwählen. Selbst Bücher für kleine Kinder bauen auf einem kleinen Konflikt auf, der am Ende der Geschichte aufgelöst wird. Gerade für Kleinkinder ist es sehr wichtig, dass es ein Happy End gibt.

Für jüngere Kinder sind Geschichten interessant, die sich mit ihrem Alltag beschäftigen: Zum Beispiel Kindergarten, Schule oder Herausforderungen wie dem ersten Schultag. Themen für ältere Kinder bzw. Jugendliche nähern sich den Roman-Themen für Erwachsene an, hier sind zum Beispiel die erste Liebe oder Freundschaft interessant. Spannend sind aber auch klassische Themen wie Pferdehof-Geschichten, Abenteuer oder Fantasy-Welten. Am besten stimmst du deine Geschichte auf die Bedürfnisse und Interessen des Kindes ab, für das du dein Buch schreibst.

4. Schreibstil

Für Kinder zu schreiben sei viel einfacher als für Erwachsene, denken viele Menschen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht, weil Kinder ganz andere Bedürfnisse als Erwachsene haben. Je nach Lesekompetenz des Kindes solltest du deinen Schreibstil anpassen und dein Vokabular nach dem Entwicklungsstand der jungen Leser auswählen. Versuche dabei, auf Augenhöhe mit dem Kind zu schreiben: Der Text soll zwar nicht zu schwer sein, doch sollte sich das Kind unbedingt ernstgenommen fühlen. Dafür ist es wichtig, dass du keine übertriebene Jugendsprache verwendest: Die meisten Kinder und Jugendlichen finden es seltsam, wenn ein Erwachsener ihre Sprache imitiert.

Bei jüngeren Kindern solltest du schwere Worte möglichst vermeiden und kurze und knackige Sätze bilden, die wenige Nebensätze und Substantivierungen enthalten.

5. Illustrationen und Layout

Den letzten Schliff verleihst du deiner Geschichte mit einer ansprechenden Gestaltung. Je nach Alter des Kindes solltest du hier deinen Schwerpunkt setzen: Bilderbücher leben natürlich vor allem von den Illustrationen, während die wenigen Wörter allenfalls von geringer Bedeutung sind. Gehe deshalb besonders sorgfältig vor: Möchtest du eigene Illustrationen in deinem Buch verwenden? In diesem Fall ist es sinnvoll, dass du zum Beispiel den Protagonisten deines Buches in möglichst vielen verschiedenen Szenen zeigst. Auch für Leselernbücher können solche Illustrationen hilfreich sein, damit Lese-Anfänger die Geschichte besser verstehen.

Wenn du selbst nicht zeichnen kannst und dir keinen professionellen Illustrator leisten möchtest, kannst du Grafiken im Internet suchen. Auf vielen Websites gibt es hübsche Illustrationen, die für dein Kinderbuch geeignet sind.

Für das Layout empfiehlt sich eine klare und serifenlose Schrift wie Arial oder Calibri, die Anfängern das Lesen erleichtert. Mit einem interessanten Titelbild, das Lust auf die Geschichte macht, rundest du dein Werk ab.

Wenn du diese Tipps beherzigst, hältst du schon bald ein persönliches Buch in den Händen, das viele Kinder zum Strahlen bringt!

 


Geschrieben am von Josephin in Kategorie Ratgeber Fotobuch

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