Eigene Texte in drei Schritten verbessern

Februar20

Texte zu schreiben ist für viele Menschen ein Graus, andere verbringen ihre Freizeit gerne mit Zettel und Stift in der Hand. Egal ob in der Freizeit, für Uni, Schule oder den Beruf  – wer einen Text schreibt, hat immer auch Möglichkeiten, diesen zu verbessern. Ein Grundsatz gilt leider für jede Art des Schreibens: Kein Text ist von Anfang an perfekt. Die gute Nachricht ist allerdings, dass es immer einfache Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Wir verraten dir, wie du deine eigenen Texte redigierst!

Zeit und mehrere Arbeitsgänge einplanen

Mal eben schnell die 50-seitige Bachelorarbeit oder den Gastbeitrag für einen angesehenen Blog Korrektur lesen? Wer so plant, übersieht mit Sicherheit viele Fehler. Korrekturen benötigen ebenso wie der Schreibvorgang Zeit, damit sie gelingen. Deshalb gilt: Plane ausreichend Zeit für das Redigieren deines Textes ein. Bei einer wissenschaftlichen Arbeit sollten es bestenfalls einige Tage sein, für kürzere Texte ist auch ein Arbeitstag ausreichend. Diese Zeit benötigst du, um deinen Text in verschiedenen Arbeitsschritten zu korrigieren.

1. Die inhaltlich-fachliche Prüfung

Gerade bei deiner Abschlussarbeit für Uni oder Schule solltest du dir für diesen Arbeitsschritt Zeit lassen. Überprüfe alle Fehlerquellen, die auch dein Prüfer finden könnte:

  •  Sind alle deine Informationen korrekt und überprüfbar?
  • Hast du alle externen Informationen als solche gekennzeichnet und deine Quellen angegeben?
  • Stimmen die von dir angegebenen Zahlen und Fakten?
  • Ist das Literaturverzeichnis vollständig?
  • Sind alle Eigennamen korrekt geschrieben?

Diese inhaltlich-fachliche Prüfung ist zwar bei einer wissenschaftlichen Arbeit am aufwendigsten, darf aber auch bei anderen Texten nicht fehlen. Es wäre sehr schade, wenn du nach dem Drucken dein erstes eigenes Buch in der Hand hältst und darin Fehler entdeckst. Gleiches gilt für deinen eigenen Blog, der schließlich hochwertig und glaubwürdig wirken soll. Frage deshalb im Zweifelsfall noch mal einen Experten, ob er dir deine Infos bestätigen kann.
Tipp: Die inhaltliche Korrektur fällt dir am Computer leichter, wenn du nicht ständig zwischen deinem Text und deinen Infoquellen hin- und herschalten musst. Am einfachsten hast du es mit zwei Computer-Bildschirmen. Wenn du nicht über einen solchen Luxus verfügst, kannst du dir die Felder in deinem Bildschirm nebeneinander öffnen.

2. Orthographisch-stilistische Korrektur

Nach der ersten Korrektur geht es jetzt um die sprachlichen Fehler, die sich in deinem Text verstecken. Die gute Nachricht ist, dass du dir dabei von deinem Schreibprogramm am Computer helfen lassen kannst. Öffne unbedingt die Rechtschreibüberprüfung und sieh dir an, welche Wörter rot unterstrichen sind. Danach beginnst du mit der Korrektur. Lies deinen Text langsam und bewusst und überprüfe ihn Wort für Wort. Wenn du dir bei der Rechtschreibung eines Worts nicht sicher bist, solltest du unbedingt Nachschlagewerke wie den Duden zur Hand nehmen. Auch andere Fehler wie Kommafehler solltest du auf keinen Fall übersehen. Damit das nicht passiert, solltest du deinen Text mindestens zwei Mal auf orthographische und grammatikalische Fehler überprüfen. Lass dir zwischen den beiden Korrekturen ausreichend Zeit, damit du nicht „betriebsblind“ wirst. Du kannst deine müden Augen auch mit simplen Kniffen austricksen und zum Beispiel die Schriftart deines Textes ändern. Wenn das Schriftbild anders aussieht, kannst du dich wieder besser auf den Text konzentrieren.

Neben der sprachlichen Richtigkeit geht es in der zweiten Korrekturphase vor allem um deinen Stil. Wenn du dir bei einer Formulierung unsicher bist, solltest du dir den Satz einfach laut vorlesen. Falls er ausgesprochen seltsam klingt, schreibst du ihn am besten um.
Als Grundsatz gilt: Schreibe nur so, wie du auch redest.
Viele Autoren scheitern daran, dass sie sich möglichst hochgestochen ausdrücken möchten. Dieser Versuch endet allerdings oft daran, dass der Text nach Beamtensprache klingt und der Leser die Aufmerksamkeit verliert. Beachte dabei folgende Regeln:

  • Aktiv schreiben: Der Nominalstil und die häufige Verwendung des Passivs führen zu einem langweiligen Text, der bürokratisch klingt. Die meisten Passiv-Formulierungen kannst du ganz einfach in das Aktiv umwandeln. Auf die gleiche Weise vermeidest du unnötige Substantivierungen.
  • Schreibe kurze und prägnante Sätze: Deine Leser fühlen sich nicht ernst genommen, wenn du nur kurze Hauptsätze verwendest. Lange Schachtelsätze mit unnötigen Konstruktionen führen allerdings dazu, dass sie schon nach dem ersten Absatz das Interesse verlieren und womöglich nicht mehr wissen, worum es geht. Überprüfe daher jeden Satz auf seine Verständlichkeit.
  • Achte auf Kohärenz: Viele Autoren behandeln die Bezüge in ihren Texten stiefmütterlich. Daraus resultieren Fehler wie im folgenden Beispiel: „Das Mädchen hatte heute Geburtstag. Sie freute sich sehr auf ihre Geburtstagsfeier, zu der viele Gäste kommen würden.“ Korrekt lautet es: „Das Mädchen hatte heute Geburtstag. Es freute sich sehr auf seine Geburtstagsfeier…“
  • Vermeide leere Worthülsen. Viele Formulierungen wie „Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt“ sind uns zwar vertraut, bei genauerem Nachdenken allerdings komplett inhaltsleer. Gleiches gilt für sprachliche Bilder und Sprichworte: Je weniger du davon verwendest, desto länger denkst du über eigene Formulierungen nach und desto lebhafter wird dein Text.
  • Sei präzise: Das gilt nicht nur für wissenschaftliche Texte, sondern vor allem auch für Geschichten. Es reicht nicht aus, nur von den „Blumen auf der Wiese“ zu schreiben. Beschreibe sie: Welche Farben und Farben haben sie? Leuchten sie in der Sonne oder sind sie der einzige bunte Punkt in einer grauen Landschaft? Je präziser du in deinen Details bist, desto eher kreierst du ein Bild in den Köpfen deiner Leser.

3. Schlusskorrektur

Wenn du deinen Text inhaltlich und sprachlich überprüft hast, ist jetzt Zeit für die finale Korrektur. Überprüfe das Layout und, das gilt vor allem für Arbeiten für Schule und Universität, die Formalia: Entspricht das Deckblatt den Anforderungen? Ist die Typografie in Ordnung? Wie sieht das Inhaltsverzeichnis aus? Achte in diesem Arbeitsschritt noch einmal besonders auf die Formatierung. Besonders in Schreibprogrammen wie Word oder OpenOffice treten hier schnell Fehler auf, die du womöglich erst nach dem Druck bemerkst.
Sinnvoll ist es auch, dass du dir bei der Schlusskorrektur ein persönliches Feedback gibst: Wo sind deine häufigsten Fehlerquellen? Erstelle dir am besten eine Liste mit deinen häufigsten Fehlern, die dir die Korrektur deines nächsten Texts erleichtert.


Geschrieben am von Josephin in Kategorie Ratgeber Fotobuch

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