{"id":2596,"date":"2016-10-19T10:50:46","date_gmt":"2016-10-19T08:50:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kleingedruckt.net\/blog\/?p=2596"},"modified":"2017-06-20T09:37:26","modified_gmt":"2017-06-20T07:37:26","slug":"storytelling-tipps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kleingedruckt.net\/blog\/ratgeber-fotobuch\/storytelling-tipps.html","title":{"rendered":"Storytelling \u2013 10 Tipps zum Schreiben einer spannenden Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Ob M\u00e4rchen, Piratengeschichte oder Liebesromanze \u2013 jede Geschichte kann toll sein, wenn sie nur packend erz\u00e4hlt und richtig strukturiert ist. Wenn auch du Schreibambitionen hast, k\u00f6nnen dir die folgenden 10 Tipps dabei helfen, deine selbstverfasste Geschichte interessant zu gestalten.<\/p>\n<h1 class=\"western\">1. Setze einen Fokus<\/h1>\n<p>Eine Geschichte ist eine Folge von Ereignissen. Wenn du die Ereignisse jedoch einfach nur chronologisch aneinander reist, wirkt dein Text wahrscheinlich langweilig und konfus. Spannend wird es, wenn es einen thematischen Fokus gibt, der sich durch den gesamten Text hindurch zieht.<\/p>\n<p>Bevor du also mit dem Schreiben loslegst, solltest du dir \u00fcber den Kern deiner Geschichte klar werden. Stelle dir die Frage: Was ist das Besondere an der Geschichte (z. B. deine Hauptfigur hat magische F\u00e4higkeiten)? Gibt es ein Thema, dass dich sehr besch\u00e4ftigt (z. B. Konflikt und Vers\u00f6hnung unter Freunden)? Oder hast du vielleicht sogar eine Botschaft, die du vermitteln willst (z. B. Geld ist nicht das Wichtigste im Leben)?<\/p>\n<p>Wenn du das Thema oder ein dazu passendes Motiv (z.B. Geld) in deinem Text dann immer wieder aufgreifst, erzeugst du einen roten Faden, dem auch deine Leser gut folgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h1 class=\"western\">2. Entwickle interessante Figuren<\/h1>\n<p>Eine Weisheit f\u00fcr das Schreiben einer Geschichte besagt: \u201eDas Interessanteste f\u00fcr den Menschen ist der Mensch selbst.\u201c Gute Texte leben daher von gut konstruierten Figuren: Sie lassen deine Geschichte lebendig wirken.<br \/>\nDaher solltest du zun\u00e4chst \u00fcberlegen, welche Figurenkonstellation du w\u00e4hlen m\u00f6chtest: Gibt es einen Protagonisten und mehrere Nebencharaktere? Oder m\u00f6chtest du eine ausgeglichene Situation mit vielen gleichwertigen Figuren schaffen? Diese Fragen solltest du f\u00fcr dich kl\u00e4ren, bevor du mit dem Schreibprozess beginnst. Damit du selbst klare Vorstellungen von deinen Figuren hast, k\u00f6nntest du als \u00dcbung zun\u00e4chst Charakterisierungen schreiben, in denen du folgende Punkte festh\u00e4ltst:<\/p>\n<ul>\n<li>Beschreibe das \u00c4u\u00dfere der Figur: Welche Kleidung tr\u00e4gt sie? Wie alt ist sie?<\/li>\n<li>In welcher Lebenssituation steckt deine Figur aktuell? Handelt es sich um einen jungen Menschen, der gerade Pl\u00e4ne f\u00fcr seine Karriere oder eine Familie schmiedet? Eine Mutter, die um ihr Kind trauert? Oder einen alten Mann, der vom Leben verbittert ist?<\/li>\n<li>In welchem sozialen Umfeld lebt deine Figur? Hat sie einen Beruf? Ist sie mit anderen Charakteren deiner Geschichte befreundet? Hier sind auch Details spannend: Hat die Figur bestimmte Urlaubspl\u00e4ne? Mit wem wohnt sie zusammen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Oft sind Figuren f\u00fcr den Leser dann besonders spannend, wenn sie etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches an sich haben, also z.B. eine bewegte Vergangenheit, ein absurdes Hobby oder einen Tick. Die Figur k\u00f6nnte durch ihre Au\u00dfergew\u00f6hnlichkeit in ihrem sozialen Umfeld anecken. Ein beliebtes Spannungsmittel ist es, der Figur einen gro\u00dfen Traum oder einen starken Willen mit auf den Weg zu geben. Die Figur k\u00f6nnte im Verlauf der Geschichte gegen verschiedene Widerst\u00e4nde k\u00e4mpfen und f\u00fcr die Verwirklichung ihre Ziele k\u00e4mpfen. Wenn du diesen Konflikt spannend beschreibst, fiebert der Leser bis zum Ende mit ihr.<br \/>\nIn jedem Fall sollte die Hauptfigur im Verlauf des Textes eine innere Entwicklung durchmachen. Dabei solltest du allerdings darauf achten, dass sie bis zum Ende authentisch wirkt. Wenn eine Figur von einem Moment auf den anderen gel\u00e4utert ist, wirkt die Geschichte unglaubw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 class=\"western\">3. Lege die Erz\u00e4hlperspektive fest<\/h1>\n<p>Es gibt unendlich viele M\u00f6glichkeiten, an eine Geschichte heranzugehen. Eine essentielle Entscheidung betrifft dabei die Erz\u00e4hlperspektive: Damit ist die Stimme gemeint, die der Leser in seinem inneren Ohr h\u00f6rt, w\u00e4hrend er liest.<\/p>\n<p>Klassische Erz\u00e4hlperspektiven sind mitunter folgende:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Text ist aus der Sicht einer Figur geschrieben. Der Leser taucht also ganz tief in die Gedanken- und Gef\u00fchlswelt der Person ein \u2013 bleibt in dieser Wahrnehmung jedoch auch gefangen.<\/li>\n<li>Der allwissende Erz\u00e4hler schwebt dagegen \u00fcber der Handlung: Er wei\u00df alles, kann in alle Figuren hineinschl\u00fcpfen und sogar das Geschehen bewerten. Diese Perspektive wird z. B. oft im M\u00e4rchen verwendet.<\/li>\n<li>Der neutrale Erz\u00e4hler schwebt auch \u00fcber der Handlung, allerdings ist er dabei sachlich. Er beschreibt nur das, was er wirklich sieht, schl\u00fcpft z. B. nicht in die Figuren hinein.<\/li>\n<li>Du erz\u00e4hlst aus deiner eigenen Perspektive (z. B. \u00fcber ein real erlebtes Erlebnis) oder aus der Perspektive einer Figur, berichtest dabei jedoch als \u201eIch\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<p>W\u00e4hle die Erz\u00e4hlperspektive, die am besten zu deiner Geschichte passt. Wichtig ist dabei lediglich, dass du in deiner Entscheidung konsistent bleibst und die Perspektive nicht in der Mitte der Geschichte pl\u00f6tzlich ver\u00e4nderst.<\/p>\n<h1 class=\"western\">4. Kreiere einen Konflikt<\/h1>\n<p>In jedem spannenden Text gibt es einen oder sogar mehrere Konflikte. Damit ist ein Problem gemeint, mit dem die Figuren konfrontiert werden und das es im Laufe der Handlung zu l\u00f6sen gilt. Diesem Konflikt ordnen sich alle Ereignisse deines Textes unter. Der Text wird dadurch erst spannend, denn der Leser m\u00f6chte immer weiterlesen, weil er wissen muss, wie es wohl weiter gehen wird. Der Konflikt ist also das elementare Element, damit deine Geschichte packend bleibt!<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff6600;\">Tipp: Den roten Pfaden behalten<\/span><\/h4>\n<p>Schreibe dir den Konflikt deiner Geschichte als einfachen Satz auf einen Zettel und lege ihn beim Schreiben neben dich auf den Schreibtisch. So beh\u00e4ltst du stets im Hinterkopf, ob deine Szenen sich um den Konflikt herum aufbauen \u2013 oder ob du gerade abschweifst.<i> <\/i><\/p>\n<h1 class=\"western\">5. \u00dcberlege dir einen spannenden Aufbau<\/h1>\n<p><a name=\"_GoBack\"><\/a>Auch \u00fcber den Aufbau deiner Geschichte solltest du dir schon im Vorfeld des Schreibens Gedanken machen. Der Aufbau ist eng mit dem Konflikt verbunden, denn dieser legt fest, was \u00fcberhaupt zur Geschichte geh\u00f6rt und was nicht. Spannend wird deine Geschichte dann, wenn du die Ereignisse so aneinander reist, dass sich die Handlung immer mehr zuspitzt.<\/p>\n<p>Schon im alten Griechenland wurden daf\u00fcr dramaturgische Modelle entwickelt. Das ber\u00fchmte Drei-Akt-Modell von Aristoteles schl\u00e4gt folgenden Aufbau vor:<\/p>\n<ol>\n<li>Am Anfang passiert ein Ereignis, das die Normalit\u00e4t st\u00f6rt.<\/li>\n<li>Die Ereignisse spitzen sich daraufhin immer mehr zu und steigern sich in einem H\u00f6hepunkt, der eine Wende mit sich bringt.<\/li>\n<li>Im letzten Teil wird die Spannung und Dramatik aufrechterhalten. Der Schluss ergibt sich schlie\u00dflich logisch aus der Abfolge der Ereignisse.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Auch heute noch ist dieses Modell ein bew\u00e4hrtes Rezept f\u00fcr gute Geschichten. Du musst dich nicht daran halten, aber als Orientierungshilfe kann dir dieses Modell auch f\u00fcr deine Geschichte n\u00fctzlich sein.<\/p>\n<h1 class=\"western\">6. Entwickle das Ende zuerst<\/h1>\n<p>Das Ende deiner Geschichte ist das, was der Leser als Letztes durchliest und was demnach in seinem Kopf am l\u00e4ngsten h\u00e4ngen bleibt. Deshalb solltest du das Ende nicht dem Zufall \u00fcberlassen und dir schon vor dem Schreiben \u00fcberlegen, wie deine Geschichte ausgehen soll! Das klingt vielleicht ungew\u00f6hnlich, ist es aber keineswegs: Selbst gro\u00dfe Romanschreiber entwickeln das Ende ihres Textes zu Beginn und schreiben dann ganz pr\u00e4zise darauf hin.<\/p>\n<p>Achte darauf, dass sich dein Schluss logisch aus der Handlung der Ereignisse ergibt und dass er nicht \u201eaufgesetzt\u201c wirkt. Geschichten, die damit enden, dass die Hauptfigur aus einem b\u00f6sen Traum erwacht, sind heutzutage weder raffiniert noch originell.<\/p>\n<h1 class=\"western\">7. Finde einen packenden Einstieg<\/h1>\n<p>Mindestens genauso wichtig wie das Ende ist der Anfang deiner Geschichte. Der sch\u00f6nste Schluss bringt schlie\u00dflich nichts, wenn der Leser schon nach drei Zeilen beschlie\u00dft, nicht weiterzulesen.<\/p>\n<p>Bem\u00fche dich also um einen packenden Einstieg in deine Geschichte. Oft ist es mitrei\u00dfender, sofort mit einem Ereignis zu beginnen, das bereits spannend ist, anstatt erst lange und detailliert einen Ort, eine Figur oder einen Ablauf zu beschreiben.<\/p>\n<h1 class=\"western\">8. W\u00e4hle die richtigen Worte<\/h1>\n<p>In welchem Stil schreibst du am besten deine Geschichte? Diese Frage ist gerade f\u00fcr Anf\u00e4nger schwer zu beantworten. Als Faustregel gilt: Schreibe so, dass der Leser ein Bild vor Augen hat. Er sollte das Gef\u00fchl haben, dass er die Figuren in ihrem Alltag begleitet und sieht, was sie machen. Daf\u00fcr solltest du Szenen m\u00f6glichst plastisch gestalten und die Orte detailliert beschreiben, an denen sich die Figuren gerade aufhalten: Ist die Wohnung deines Protagonisten unordentlich? Dann schreibe nicht einfach nur \u201eunordentlich\u201c, sondern beschreibe die Unordnung: Liegt eine Socke auf dem Sofa? Muss der Protagonist noch alte Pizzakr\u00fcmel von seinem Esstisch wegwischen? Kleine Details helfen dem Leser, sich auf die Erz\u00e4hlsituation einzulassen. Wichtig ist allerdings, dass du dich nicht in solchen Details verlierst. Sonst wird deine Geschichte langatmig und der Leser hat das Gef\u00fchl, dass kaum etwas passiert.<\/p>\n<p>Abgesehen von dieser Grundregel richtet sich die Wortwahl vor allem nach der Perspektive, aus der du deine Geschichte schreibst. Wenn du aus der Sicht einer deiner Figuren schreibst, sollte sich auch die Sprache nach ihrem sozialen Umfeld richten. Wenn die Figur beispielsweise noch jung ist, k\u00f6nnte die Figur eher in einer Jugendsprache verfasst werden. Handelt es sich hingegen um einen Experten, schaden einige Fachausdr\u00fccke nicht. Aber auch hier gilt: Nicht \u00fcbertreiben! Auch wenn dein Protagonist Arzt ist, solltest sich dein Text nicht wie eine medizinische Abhandlung lesen. Als \u00dcbung kannst du dir Texte anderer Autoren durchlesen und darauf achten, was dir gef\u00e4llt. Einfach ausprobieren ist auch ein guter Tipp! Schreibe deinen Text doch einmal bewusst in unterschiedlichen Stilen. So wirst du schnell merken, was dir liegt und Spa\u00df macht!<\/p>\n<h1 class=\"western\">9. \u201eKill your darlings\u201c<\/h1>\n<p>Dieser Spruch ist keinesfalls w\u00f6rtlich zu nehmen, er ist aber durchaus hilfreich, wenn du deine Geschichte fertig geschrieben hast und sie noch einmal durchgehst: Trenne dich von allen Szenen und Beschreibungen, die mit dem Fortgang der Geschichte nichts zu tun haben. Dazu geh\u00f6ren z. B. nichtssagende Dialoge und ausartende Beschreibungen. Das kann manchmal richtig wehtun, gerade wenn du findest, dass du diese Elemente besonders sch\u00f6n geschrieben hast. Aber du wirst schnell merken: Letztendlich gewinnt deine Geschichte als Gesamtheit durch das Weglassen!<\/p>\n<h1 class=\"western\">10. Gewinne Abstand<\/h1>\n<p>Wenn du schlie\u00dflich fertig bist, gilt es, dir deine Geschichte noch einmal durchzulesen und letzte Verbesserungen anzugehen. Oft ist es dabei hilfreich, die Geschichte ein paar Tage liegen zu lassen, ohne sie dir anzuschauen, denn unmittelbar nach dem Schreiben fehlt dir wahrscheinlich der Abstand, um sinnvoll \u00fcber Korrekturen urteilen zu k\u00f6nnen. Schlafe lieber noch ein paar N\u00e4chte dar\u00fcber und setze dich dann mit frischer Energie an deinen Text! Nach ein paar Verbesserungen kannst du dann sicherlich mit Stolz auf deine eigene Geschichte blicken!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob M\u00e4rchen, Piratengeschichte oder Liebesromanze \u2013 jede Geschichte kann toll sein, wenn sie nur packend erz\u00e4hlt und richtig strukturiert ist. 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